S5-Datenbausteine (DB0, DB1, DX0) in S7 verstehen
Was sind die S5-Systemdatenbausteine DB0, DB1 und DX0? Wofür sie existieren, was sie enthalten und wie sie bei der S5→S7-Migration behandelt werden.
S5-Datenbausteine (DB0, DB1, DX0) in S7 verstehen
S5 reserviert bestimmte Datenbausteine für Systemfunktionen. DB0 speichert die Betriebssystem-Konfiguration, DB1 enthält CPU-Parametrierung (Timerverhalten, Kommunikation, Interrupteinstellung), und DX0 ist ein erweiterter Datenbaustein auf S5-135U/155U-Systemen. Keiner hat ein direktes S7-Äquivalent — ihre Funktionen werden in S7 über die Hardwarekonfiguration abgedeckt.
DB0 — Betriebssystem-Datenbaustein
DB0 ist vom S5-Betriebssystem reserviert. Er speichert interne Systemdaten. DB0 kann in STEP 5 nicht erstellt, geändert oder gelöscht werden.
S7-Äquivalent: Keins. S7 speichert Systemdaten in SDBs (Systemdatenbausteine) die automatisch durch die Hardwarekonfiguration erzeugt werden.
Migration: DB0 wird nicht konvertiert. Der Siemens-Konverter ignoriert ihn.
DB1 — Parameter-Datenbaustein
DB1 parametriert CPU-interne Funktionen:
- Interrupt-Konfiguration: Welche zeitgesteuerten und prozessgesteuerten Interrupts aktiv sind
- Timer-Verhalten: Verarbeitungsfrequenz der zeitgesteuerten Interrupts (OB10–OB18)
- Kommunikationseinstellungen: SINEC L1, serielle Schnittstelle
- Interprozessor-Kommunikationsmerker: Für Multi-CPU-Konfigurationen
- Remanente Merkerbereiche: Welche Merkerbytes bei Spannungsausfall erhalten bleiben
- PID-Reglerparameter: Falls integrale PID-Funktionen genutzt werden
S7-Äquivalent: Die Funktionen aus DB1 werden durch die Hardwarekonfiguration (CPU-Eigenschaften in TIA Portal), Zyklus-/Taktmerkerkonfiguration und Kommunikationseinstellungen abgedeckt.
Migration: DB1 wird nicht als Datenbaustein konvertiert. Relevante Einstellungen müssen manuell in die S7-Hardwarekonfiguration übertragen werden.
Praktischer Ansatz:
- S5-DB1-Inhalt ausdrucken
- Aktive Einstellungen identifizieren (viele DWs sind oft Null/unbenutzt)
- Äquivalente Einstellungen in TIA Portal CPU-Eigenschaften konfigurieren
DX0 — Erweiterter System-Datenbaustein (nur S5-135U/155U)
DX0 ist ein erweiterter Datenbaustein für S5-135U/155U-Systeme mit erweiterten Funktionen: Multiprozessor-Koordination, erweiterte Interruptbehandlung, Speicherpartitionierung.
S7-Äquivalent: Keins direkt. Multiprozessor-Features werden in S7-400 anders gehandhabt und existieren im S7-1500 nicht.
DX-Bausteine allgemein (S5-135U/155U)
Die S5-135U/155U unterstützt zwei Datenbaustein-Typen: DB (Standard) und DX (erweitert). Beide werden gleich angesprochen aber in getrennten Adressräumen:
A DB 10 // Standard-DB öffnen
AX DX 10 // Erweiterten DB öffnen (anderer Baustein!)
S7: Nur ein DB-Typ. DX-Bausteine müssen umnummeriert werden (z.B. DX n → DB n+256).
Anwender-Datenbausteine (DB2–DB255)
Werden vom Siemens-Konverter konvertiert. Wichtig: DW→DBW-Adressumrechnung (×2-Regel, siehe Adresszuordnung).
Häufig gestellte Fragen
Was passiert wenn ich DB1 mit dem Konverter konvertiere?
Der Konverter kann DB1 einbeziehen, aber der Inhalt ist in S7 nicht aussagekräftig. CPU-Parametrierung muss manuell in die Hardwarekonfiguration übertragen werden.
Kann ich DB0 oder DB1 als Anwender-DBs in S7 verwenden?
Ja. In S7 sind DB0 und DB1 nicht reserviert. Jede DB-Nummer von 1 bis 65535 ist nutzbar.
Wie gehe ich mit DX-Bausteinen bei S7-1500 um?
S7-1500 hat keine DX-Bausteine. DX-Bausteine umnummerieren (z.B. DX10 → DB266). Alle Programmreferenzen entsprechend aktualisieren.
Gepflegt von PLCcheck.ai. Letztes Update: März 2026. Keine Verbindung zu Siemens AG.
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