S5 → S7 Adress-Konverter
Siemens S5-SPS-Adressen in S7-Äquivalente umrechnen mit detaillierten Erklärungen.
Konvertierungsergebnis
S5-Adresse eingeben, um das S7-Äquivalent zu sehen.
Wozu dieser Konverter?
Bei der Migration von Siemens S5 auf S7 ist die Adress-Umwandlung eine der größten Fehlerquellen. Eingänge und Ausgänge sind unkompliziert — E 0.0 bleibt E 0.0. Aber sobald Datenbausteine ins Spiel kommen, kippt die Logik: S5 verwendet Wort-Adressierung (DW), S7 verwendet Byte-Adressierung (DBW). Eine S5-Adresse DB10 DW 5 wird in S7 zu DB10.DBW 10 — der Wert verdoppelt sich. Wer auch nur eine einzige Adresse vergisst, produziert stille Datenkorruption im laufenden Prozess.
Dieser Konverter rechnet jede S5-Adresse in ihr S7-Äquivalent um — mit Erklärung, warum sich der Wert ändert, welche Warnungen zu beachten sind und wie der passende SCL-Zugriff aussieht. Unterstützt werden Eingänge (E), Ausgänge (A), Merker (M/MB/MW/MD), Datenbausteine (DB/DW/DL/DR/Datenbit), Timer (T), Zähler (Z) und Peripherie (PE/PA). Sowohl deutsche als auch englische Mnemonik (I/Q/M/C).
Die DW × 2 Regel — erklärt
Das ist die wichtigste Regel bei der S5→S7-Adresskonvertierung. Wer sie vergisst, produziert Fehler, die erst beim Anlagentest auffallen — oder im schlimmsten Fall im Produktivbetrieb.
In S5 wird jedes Datenwort (DW) als 16-Bit-Einheit adressiert: DW 0, DW 1, DW 2, DW 3. Zwischen DW 0 und DW 1 liegen 16 Bit (2 Byte). Physisch belegt DW 0 die Bytes 0–1, DW 1 die Bytes 2–3, DW 2 die Bytes 4–5 — und so weiter. In S7 wird auf dieselben Bytes zugegriffen, aber die Adresse ist die Byte-Adresse selbst. Deshalb muss die S5-Wort-Adresse immer mit 2 multipliziert werden, um die S7-Byte-Adresse zu erhalten.
| S5-Adresse | S7-Adresse | Berechnung |
|---|---|---|
| DB10 DW 0 | DB10.DBW 0 | 0 × 2 = 0 |
| DB10 DW 1 | DB10.DBW 2 | 1 × 2 = 2 |
| DB10 DW 5 | DB10.DBW 10 | 5 × 2 = 10 |
| DB10 DW 50 | DB10.DBW 100 | 50 × 2 = 100 |
| DB10 DW 100 | DB10.DBW 200 | 100 × 2 = 200 |
Für einzelne Datenbits gilt zusätzlich: Bit 0–7 liegen im Low-Byte (ungerade Byte-Adresse = Wort × 2 + 1), Bit 8–15 liegen im High-Byte (gerade Byte-Adresse = Wort × 2). Beispiel: S5 D 3.7 ist in S7 DBX 6.7 (Low-Byte), S5 D 3.15 ist DBX 7.7 (High-Byte, Bit 15 − 8 = 7).
Deutsche vs. internationale Mnemonik
Siemens-SPSen unterstützen zwei Befehlssätze, die sich in den Adress-Präfixen unterscheiden. Die deutsche Mnemonik ist in S5 Standard, S7 akzeptiert beides. Bei der Migration muss entschieden werden, welche verwendet wird — innerhalb eines Projekts sollte das konsistent sein.
| Kategorie | DE | EN | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Eingang | E | I | Bit- und Wort-Adressen identisch in beiden Notationen |
| Ausgang | A | Q | In S5 war A die Standard-Notation |
| Merker | M | M | Identisch in beiden Sprachen |
| Timer | T | T | Identisch, aber IEC-Timer empfohlen |
| Zähler | Z | C | Unterschiedliches Präfix |
| Peripherie Eingang | PE | PI | Peripheral Input |
| Peripherie Ausgang | PA | PQ | Peripheral Output |
| Datenbaustein | DB | DB | Identisch, aber DW → DBW Umrechnung |
Konvertierungsbeispiele aus der Praxis
Typische Adressen aus realen S5-Programmen und ihre S7-Äquivalente, in der Reihenfolge von einfach bis komplex:
1. Einfache E/A-Zuweisung
U E 0.0 = A 4.0
U "Start_Taster" // E 0.0 = "Motor_EIN" // A 4.0
E/A-Adressen bleiben numerisch identisch. Bei englischer Mnemonik: I 0.0 / Q 4.0.
2. Merker-Wort kopieren
L MW 100 T MW 200
L MW 100 // unverändert T MW 200
Merker-Adressen sind in S5 und S7 numerisch identisch. Keine Umrechnung nötig.
3. Datenwort lesen — die klassische Stolperfalle
A DB 10 L DW 5
L "Rezept".DBW 10 // war DW 5 → × 2 = 10
Die S5-Adresse DW 5 wird in S7 zu DBW 10. Hier passieren die meisten Migrationsfehler.
4. Einzelnes Datenbit setzen
A DB 20 S D 3.7
S "Status".DBX 6.7 // DW 3 Bit 7 → Byte 6 (Low), Bit 7
Bit 0–7 liegen im Low-Byte (ungerades Byte = Wort×2+1). Bit 7 bleibt Bit 7.
5. High-Byte-Bit (Bit 8–15)
A DB 20 U D 3.15
U "Status".DBX 7.7 // DW 3 Bit 15 → Byte 7 (High), Bit 7
Bit 8–15 liegen im High-Byte. Die Bit-Nummer in S7 ist Bit minus 8: hier 15 − 8 = 7.
6. Timer in S7-SCL
U E 1.0 L KT 030.2 SD T 1
"Timer_Verzoegerung"(
IN := "Startbedingung",
PT := T#30s
);Timer-Nummer bleibt, aber die S5-Timer-Befehle (SI/SE/SD/SS/SA) werden durch IEC-Bausteine (TP/TON/TOF) ersetzt. Siehe Timer-Rechner für Details.
Häufige Fehler bei der Adress-Migration
Fünf Fehler, die bei der S5→S7-Migration immer wieder auftreten — und wie man sie vermeidet:
Fehler 1: DW-Adressen nicht verdoppelt
Der Klassiker. DW 5 wird in S7 NICHT zu DBW 5, sondern zu DBW 10. Wer das vergisst, liest in S7 die Daten aus einem völlig anderen Speicherbereich — ohne dass der Compiler warnt. Die Anlage läuft scheinbar normal an, aber die Sollwerte stimmen nicht mehr mit den Ist-Werten überein.
Fehler 2: Byte-Adressen (DL/DR) falsch zugeordnet
DL (Datenwort links) ist das High-Byte, DR (rechts) das Low-Byte. In S7-Byte-Adressierung: DL → gerade Byte-Adresse (Wort × 2), DR → ungerade Byte-Adresse (Wort × 2 + 1). Wer links und rechts vertauscht, lädt Nutzdaten an der falschen Stelle.
Lösung: Merksatz: DL (links) = gerade Byte-Adresse, DR (rechts) = ungerade Byte-Adresse.
Fehler 3: Timer-Nummern stimmen, aber Timer-Verhalten nicht
T 1 in S5 und T 1 in S7 haben dieselbe Nummer, aber in TIA Portal / S7-1500 werden die klassischen S5-Timer-Befehle (SI/SE/SD/SS/SA) nicht mehr unterstützt. Wer nur die Adresse konvertiert und den Timer-Typ ignoriert, produziert einen nicht lauffähigen Code.
Lösung: Zusätzlich zur Adress-Konvertierung immer den Timer-Typ auf IEC-Timer (TP/TON/TOF) umstellen.
Fehler 4: Zähler-BCD vs. INT-Konvertierung vergessen
S5-Zähler speichern Werte BCD-kodiert. S7-Zähler (auch die Legacy-Variante) verwenden INT. Bei der Migration müssen Zählerstände, die in Datenbausteinen zwischengespeichert sind, umformatiert werden — sonst zeigen die HMI/SCADA-Systeme falsche Werte an.
Lösung: IEC-Zähler (CTU/CTD/CTUD) verwenden — die arbeiten nativ mit INT.
Fehler 5: Merker-Suffixe übersehen
In S5 gab es die Syntax FY (Flag-Byte), FW (Flag-Wort), FD (Flag-Doppelwort). In S7 heißen diese MB, MW, MD. Wer eine Find-and-Replace-Migration ohne Berücksichtigung der Suffixe macht, übersieht Byte-Zugriffe komplett.
Lösung: Immer auch FY/FW/FD im Quellcode suchen und zu MB/MW/MD migrieren.
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Schnellreferenz
| S5 | S7 (DE) | S7 (EN) | Hinweis |
|---|---|---|---|
| E 0.0 | E 0.0 | I 0.0 | Identisch |
| EW 0 | EW 0 | IW 0 | Identisch |
| A 4.0 | A 4.0 | Q 4.0 | Identisch |
| M 10.0 | M 10.0 | M 10.0 | Identisch |
| F 0.0 | M 0.0 | M 0.0 | F → M |
| FY 10 | MB 10 | MB 10 | FY (Byte) → MB |
| T 1 | T 1 | T 1 | IEC-Timer verwenden! |
| Z 3 | Z 3 | C 3 | Z → C (EN) |
| DB10 DW5 | DB10.DBW 10 | DB10.DBW 10 | DW × 2 = DBW |
| DB10 DL5 | DB10.DBB 10 | DB10.DBB 10 | High-Byte (×2) |
| DB10 DR5 | DB10.DBB 11 | DB10.DBB 11 | Low-Byte (×2+1) |
| DB10 D5.3 | DB10.DBX 11.3 | DB10.DBX 11.3 | Bit 0–7 → Low-Byte |
| DB10 D5.8 | DB10.DBX 10.0 | DB10.DBX 10.0 | Bit 8–15 → High-Byte |
| PEW 128 | PEW 128 | PIW 128 | Identisch |
Häufig gestellte Fragen
Wie konvertiere ich S5-DB-Adressen nach S7?
Was ist der Unterschied zwischen DW- und DBW-Adressierung?
Wie unterscheiden sich S5-Timer von S7-Timern?
Was ist aus den F-Adressen (Flags) von S5 geworden?
Muss ich E/A-Adressen bei der Migration von S5 nach S7 ändern?
Warum wird DW 5 zu DBW 10 statt DBW 5?
Wie konvertiere ich einzelne Datenbits von S5 nach S7?
Was ist der Unterschied zwischen DL und DR?
Muss ich Timer- und Zähler-Adressen umrechnen?
Was ist mit indirekten Adressierungen wie DO FW oder LIR?
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