S5 Timer Rechner
Siemens S5 KT-Timerwerte sofort in Sekunden, IEC-Format und S7-Code umrechnen.
Ergebnis
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Wozu dieser Rechner?
Wenn Sie ein altes Siemens-S5-Programm vor sich haben und es nach S7 migrieren müssen, sind die Timer fast immer der erste Stolperstein. S5 verwendet das proprietäre KT-Format mit BCD-Kodierung und vier verschiedenen Zeitbasen. S7 verwendet stattdessen die IEC-Timer (TON, TOF, TP) mit dem TIME-Datentyp (T#30s). Zwischen diesen beiden Welten gibt es keine automatische 1:1-Konvertierung — jeder Timer muss einzeln übersetzt werden.
Dieser Rechner übernimmt genau diese Umrechnung. Geben Sie einen KT-Wert ein und erhalten Sie sofort: den Zeitwert in Sekunden, das IEC-Äquivalent im T#-Format, den passenden SCL-Aufruf für TIA Portal und den S7-STL-Funktionsaufruf. Der Rechner funktioniert auch rückwärts: Geben Sie eine Zeit in Sekunden ein und erhalten Sie alle möglichen S5-KT-Varianten mit der bestmöglichen Auflösung.
Wie ist das S5-KT-Format aufgebaut?
Ein S5-Timerwert besteht aus zwei Teilen: einem Zeitwert (BCD-kodiert) und einer Zeitbasis. Die Schreibweise lautet immer KT [Wert].[Zeitbasis]. Im Speicher wird das als 16-Bit-Wort abgelegt — hier am Beispiel von KT 030.2 (= 30 Sekunden):
Die oberen beiden Bits (15–14) sind ungenutzt. Bits 13–12 enthalten die Zeitbasis als 2-Bit-Wert (hier 10 binär = 2, entspricht 1 Sekunde Auflösung). Die restlichen 12 Bits kodieren den Zahlenwert als drei BCD-Nibbles: 0000 (Hunderter) / 0011 (Zehner = 3) / 0000 (Einer = 0).
S5 wurde 1979 entwickelt, als Anzeigen und Eingaben häufig direkt BCD-kodiert waren. Für S7 ist das irrelevant — IEC-Timer verwenden den binären TIME-Datentyp in Millisekunden. Diese Architekturentscheidung aus den 70ern ist der einzige Grund, warum die Umrechnung heute so fehleranfällig ist.
Welchen Timer-Typ verwenden?
Die Zuordnung S5 → IEC ist nicht trivial, weil zwei S5-Typen jeweils auf einen IEC-Typ abgebildet werden. Als Faustregel für die Migration:
- SI → TPEinfacher Impuls, zurücksetzbar durch Rücksetz-Eingang.
- SE → TPIdentisch zu SI in IEC-Semantik. Das S5-Verhalten Verlängerung bei neuer Flanke ist in TP mit integriert.
- SD → TONDie Standard-Einschaltverzögerung. 90 % aller S5-Timer in der Praxis sind SD.
- SS → TON mit Merker-LogikTON setzt sich zurück, wenn der Eingang abfällt. SS behielt in S5 die abgelaufene Zeit. Lösung: TON mit einem zusätzlichen Merker, der den Zustand speichert — oder der IEC-Baustein TONR in S7-1500.
- SA → TOFAusschaltverzögerung, direkte 1:1-Umwandlung.
Umrechnungsbeispiele aus der Praxis
Diese Werte sind aus tatsächlichen S5-Programmen entnommen und zeigen die typischen Muster, die in alten Anlagen vorkommen:
1. Förderbandanlauf: KT 030.2
30 × 1 s = 30 Sekunden. Zeitbasis 2 ist die gebräuchlichste für mittlere Verzögerungen im Sekundenbereich.
Typischer Einsatz: Anlaufverzögerung eines Förderbands, Einschaltverzögerung einer Pumpe.
U E 1.0
L KT 030.2
SD T 1
U T 1
= A 4.0"Timer_Foerderband"(
IN := "Start_Taster",
PT := T#30s
);
"Motor_Foerderband" := "Timer_Foerderband".Q;2. Entprellzeit für Eingänge: KT 020.1
20 × 100 ms = 2000 ms = 2 Sekunden. Zeitbasis 1 (100 ms) statt 2 (1 s), weil die Auflösung für Entprellung feiner sein muss.
Typischer Einsatz: Entprellung eines mechanischen Schalters, Filterung von kurzen Signalspitzen.
U E 0.5
L KT 020.1
SD T 5"Timer_Entprell"(
IN := "Eingang_Schalter",
PT := T#2s
);3. Schnelle Impulsüberwachung: KT 050.0
50 × 10 ms = 500 ms = 0,5 Sekunden. Zeitbasis 0 bietet die beste Auflösung, aber maximal 9,99 Sekunden Dauer.
Typischer Einsatz: Überwachung eines Inkrementalgebers, kurze Timeout-Fenster in schnellen Prozessen.
U E 2.0
L KT 050.0
SE T 10"Timer_Puls"(
IN := "Startbedingung",
PT := T#500ms
);4. Langzeit-Abschaltung: KT 600.3
600 × 10 s = 6000 s = 1 h 40 min. Zeitbasis 3 ist die einzige Möglichkeit, so lange Dauern in einem einzigen S5-Timer abzubilden.
Typischer Einsatz: Nachlauf einer Heizung, Trocknungszeit eines Prozesses, Standby-Timeout.
UN E 3.0
L KT 600.3
SA T 20"Timer_Nachlauf"(
IN := NOT "Stop_Signal",
PT := T#1h40m
);5. Maximaldauer: KT 999.3
999 × 10 s = 9990 s = 2 h 46 min 30 s. Das ist das obere Limit des S5-Timers.
Wer länger messen musste, hat in S5 mehrere Timer kaskadiert oder Timer mit Zählern kombiniert. In S7-1500 können Sie direkt T#24h oder länger verwenden — keine Kaskadierung mehr nötig.
L KT 999.3
SD T 100"Timer_Lang"(
IN := "Startbedingung",
PT := T#2h46m30s
);Häufige Fehler bei der Timer-Migration
Aus der Analyse hunderter S5-Programme sind dies die fünf Fehler, die bei der Migration immer wieder auftreten:
Fehler 1: Zeitbasis verwechselt
Das .0 am Ende einer KT-Konstante ist die Zeitbasis 0 (= 10 ms), nicht 0 = Sekunden. Dieser Fehler führt zu Timern, die 100-fach zu schnell ablaufen: Ein KT 500.0 sind 5 Sekunden, nicht 500 Sekunden.
Fehler 2: Speichernde Timer (SS) wie TON behandelt
SS behält in S5 die abgelaufene Zeit, auch wenn der Eingang kurz abfällt. TON in S7 setzt sich komplett zurück. Wer SS direkt auf TON umstellt, erzeugt subtile Fehler in Schrittketten, die erst unter Last auftreten (beim Power-Cycle oder bei kurzen Netzausfällen).
Lösung: Eigener Funktionsbaustein mit Merker für den Abgelaufen-Zustand, oder TONR (retentive on-delay) in S7-1500 verwenden.
Fehler 3: BCD-Overflow bei manueller Umwandlung
Wer den KT-Wert programmatisch berechnen will (z.B. aus MW-Vorgabe), muss die BCD-Kodierung beachten. Ein Wert KT 100.2 ist nicht dasselbe wie der Binärwert 100 — es ist der BCD-Wert 0001 0000 0000. Bei programmierten Timer-Anpassungen ist das die häufigste Ursache für: der Timer läuft falsch, obwohl das Programm stimmt.
Fehler 4: Ausschaltverzögerung (SA) falsch migriert
SA kippt den Ausgang verzögert nach dem Abfall des Eingangs ab. Wer das mit TON statt TOF abbildet, invertiert das Verhalten komplett. Der Maschinen-Test sieht plausibel aus — bis zum ersten Stopp-Taster, der eine Gefahrbereichsabschaltung nicht mehr zuverlässig durchführt.
Lösung: Immer TOF für SA verwenden, niemals TON.
Fehler 5: Timer in Schrittketten vergessen
S5-Schrittketten (Schrittweiterschaltung mit Zeitüberwachung) sind in S7 komplett anders aufgebaut (GRAPH oder eigene SCL-Struktur). Wer die Timer 1:1 übersetzt, aber die Schrittlogik drumherum nicht anpasst, bekommt eine Schrittkette, die zwar läuft, aber in Fehlerfällen nicht korrekt zurücksetzt.
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S5-Timer-Typen & S7-Äquivalente
| S5 | Funktion | S7-Funktion | IEC-Typ |
|---|---|---|---|
| SI | Impuls | S_PULSE | TP |
| SE | Verlängerter Impuls | S_PEXT | TP |
| SD | Einschaltverzögerung | S_ODT | TON |
| SS | Speichernde Einschaltvzg. | S_ODTS | TON |
| SA | Ausschaltverzögerung | S_OFFDT | TOF |
Zeitbasis-Referenz
| Code | Auflösung | Max. Wert | Max. Dauer |
|---|---|---|---|
| 0 | 10 ms | 999 | 9.99 s(9.99 s) |
| 1 | 100 ms | 999 | 99.9 s(1 min 39.9 s) |
| 2 | 1 s | 999 | 999 s(16 min 39 s) |
| 3 | 10 s | 999 | 9990 s(2 h 46 min 30 s) |
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet KT 030.2 bei Siemens S5?
Wie kodiert S5 Timer-Werte im BCD-Format?
Wie konvertiere ich S5-Timer nach S7?
Welche Zeitbasen gibt es bei S5-Timern?
Was ist die maximale S5-Timer-Dauer?
Was ist der Unterschied zwischen SD und SS in S5?
Kann ich S5-Timer in TIA Portal unverändert übernehmen?
Wie erkenne ich im S5-Programm einen Timer?
Wie viele Timer hat ein S5-System?
Was passiert bei KT-Werten über 999?
Kann der Rechner auch von Sekunden zurück nach KT umrechnen?
Unterstützt der Rechner auch S7-Timer-Umrechnung untereinander?
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