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S5 Timer Rechner

Siemens S5 KT-Timerwerte sofort in Sekunden, IEC-Format und S7-Code umrechnen.

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KT-Wert → SekundenSekunden → KT-WertKT-WertKT 030.2100ms1s3s30s100s5minERGEBNISDauer30,0 sIEC-FormatT#30sZeitbasis2 (1 s)Hex (BCD)0x2030SCL (STRUKTURIERTER TEXT)"Timer_Foerderband"(IN := "Start_Taster",PT := T#30s
Umrechnung von KT 030.2: 30 × 1 s = 30 Sekunden → T#30s

Wozu dieser Rechner?

Wenn Sie ein altes Siemens-S5-Programm vor sich haben und es nach S7 migrieren müssen, sind die Timer fast immer der erste Stolperstein. S5 verwendet das proprietäre KT-Format mit BCD-Kodierung und vier verschiedenen Zeitbasen. S7 verwendet stattdessen die IEC-Timer (TON, TOF, TP) mit dem TIME-Datentyp (T#30s). Zwischen diesen beiden Welten gibt es keine automatische 1:1-Konvertierung — jeder Timer muss einzeln übersetzt werden.

Dieser Rechner übernimmt genau diese Umrechnung. Geben Sie einen KT-Wert ein und erhalten Sie sofort: den Zeitwert in Sekunden, das IEC-Äquivalent im T#-Format, den passenden SCL-Aufruf für TIA Portal und den S7-STL-Funktionsaufruf. Der Rechner funktioniert auch rückwärts: Geben Sie eine Zeit in Sekunden ein und erhalten Sie alle möglichen S5-KT-Varianten mit der bestmöglichen Auflösung.

Wie ist das S5-KT-Format aufgebaut?

Ein S5-Timerwert besteht aus zwei Teilen: einem Zeitwert (BCD-kodiert) und einer Zeitbasis. Die Schreibweise lautet immer KT [Wert].[Zeitbasis]. Im Speicher wird das als 16-Bit-Wort abgelegt — hier am Beispiel von KT 030.2 (= 30 Sekunden):

Beispiel: KT 030.2 = 0x203001501411301201101009080706151403020100UnbenutztBit 15-14Zeitbasis= 2 (1s)HunderterBCD = 0ZehnerBCD = 3EinerBCD = 0Zeitbasis 2 × Wert 030 = 1s × 30 = 30 Sekunden→ IEC: T#30s

Die oberen beiden Bits (15–14) sind ungenutzt. Bits 13–12 enthalten die Zeitbasis als 2-Bit-Wert (hier 10 binär = 2, entspricht 1 Sekunde Auflösung). Die restlichen 12 Bits kodieren den Zahlenwert als drei BCD-Nibbles: 0000 (Hunderter) / 0011 (Zehner = 3) / 0000 (Einer = 0).

S5 wurde 1979 entwickelt, als Anzeigen und Eingaben häufig direkt BCD-kodiert waren. Für S7 ist das irrelevant — IEC-Timer verwenden den binären TIME-Datentyp in Millisekunden. Diese Architekturentscheidung aus den 70ern ist der einzige Grund, warum die Umrechnung heute so fehleranfällig ist.

Welchen Timer-Typ verwenden?

Die Zuordnung S5 → IEC ist nicht trivial, weil zwei S5-Typen jeweils auf einen IEC-Typ abgebildet werden. Als Faustregel für die Migration:

  • SI → TPEinfacher Impuls, zurücksetzbar durch Rücksetz-Eingang.
  • SE → TPIdentisch zu SI in IEC-Semantik. Das S5-Verhalten Verlängerung bei neuer Flanke ist in TP mit integriert.
  • SD → TONDie Standard-Einschaltverzögerung. 90 % aller S5-Timer in der Praxis sind SD.
  • SS → TON mit Merker-LogikTON setzt sich zurück, wenn der Eingang abfällt. SS behielt in S5 die abgelaufene Zeit. Lösung: TON mit einem zusätzlichen Merker, der den Zustand speichert — oder der IEC-Baustein TONR in S7-1500.
  • SA → TOFAusschaltverzögerung, direkte 1:1-Umwandlung.

Umrechnungsbeispiele aus der Praxis

Diese Werte sind aus tatsächlichen S5-Programmen entnommen und zeigen die typischen Muster, die in alten Anlagen vorkommen:

1. Förderbandanlauf: KT 030.2

30 × 1 s = 30 Sekunden. Zeitbasis 2 ist die gebräuchlichste für mittlere Verzögerungen im Sekundenbereich.

Typischer Einsatz: Anlaufverzögerung eines Förderbands, Einschaltverzögerung einer Pumpe.

S5 AWL
      U     E 1.0
      L     KT 030.2
      SD    T 1
      U     T 1
      =     A 4.0
S7 SCL
"Timer_Foerderband"(
    IN := "Start_Taster",
    PT := T#30s
);
"Motor_Foerderband" := "Timer_Foerderband".Q;

2. Entprellzeit für Eingänge: KT 020.1

20 × 100 ms = 2000 ms = 2 Sekunden. Zeitbasis 1 (100 ms) statt 2 (1 s), weil die Auflösung für Entprellung feiner sein muss.

Typischer Einsatz: Entprellung eines mechanischen Schalters, Filterung von kurzen Signalspitzen.

S5 AWL
      U     E 0.5
      L     KT 020.1
      SD    T 5
S7 SCL
"Timer_Entprell"(
    IN := "Eingang_Schalter",
    PT := T#2s
);
PLCcheck ProTimer & Zähler · 7 Einträge gefundenTIMERS5-WERTTYPDAUERIEC-CODEIEC-TYPBAUSTEINSTATUST 1KT 030.2SD30,0 sT#30sTONFB 10OKT 2KT 020.1SD2,0 sT#2sTONFB 10OKT 5KT 050.0SE500 msT#500msTPFB 12OKT 10KT 600.3SA1 h 40 minT#1h40mTOFFB 15OKT 15KT 999.3SS2 h 46 min 30 sT#2h46m30sTONFB 20PrüfenT 20KT 150.2SD150,0 sT#2m30sTONFB 22OKT 25KT 004.1SD0,4 sT#400msTONFB 25OK1 Timer mit Hinweis (SS → TON erfordert Merker-Logik) · 6 sauber konvertierbar
PLCcheck Pro analysiert alle Timer eines kompletten S5-Programms automatisch

3. Schnelle Impulsüberwachung: KT 050.0

50 × 10 ms = 500 ms = 0,5 Sekunden. Zeitbasis 0 bietet die beste Auflösung, aber maximal 9,99 Sekunden Dauer.

Typischer Einsatz: Überwachung eines Inkrementalgebers, kurze Timeout-Fenster in schnellen Prozessen.

S5 AWL
      U     E 2.0
      L     KT 050.0
      SE    T 10
S7 SCL
"Timer_Puls"(
    IN := "Startbedingung",
    PT := T#500ms
);

4. Langzeit-Abschaltung: KT 600.3

600 × 10 s = 6000 s = 1 h 40 min. Zeitbasis 3 ist die einzige Möglichkeit, so lange Dauern in einem einzigen S5-Timer abzubilden.

Typischer Einsatz: Nachlauf einer Heizung, Trocknungszeit eines Prozesses, Standby-Timeout.

S5 AWL
      UN    E 3.0
      L     KT 600.3
      SA    T 20
S7 SCL
"Timer_Nachlauf"(
    IN := NOT "Stop_Signal",
    PT := T#1h40m
);

5. Maximaldauer: KT 999.3

999 × 10 s = 9990 s = 2 h 46 min 30 s. Das ist das obere Limit des S5-Timers.

Wer länger messen musste, hat in S5 mehrere Timer kaskadiert oder Timer mit Zählern kombiniert. In S7-1500 können Sie direkt T#24h oder länger verwenden — keine Kaskadierung mehr nötig.

S5 AWL
      L     KT 999.3
      SD    T 100
S7 SCL
"Timer_Lang"(
    IN := "Startbedingung",
    PT := T#2h46m30s
);

Häufige Fehler bei der Timer-Migration

Aus der Analyse hunderter S5-Programme sind dies die fünf Fehler, die bei der Migration immer wieder auftreten:

Fehler 1: Zeitbasis verwechselt

Das .0 am Ende einer KT-Konstante ist die Zeitbasis 0 (= 10 ms), nicht 0 = Sekunden. Dieser Fehler führt zu Timern, die 100-fach zu schnell ablaufen: Ein KT 500.0 sind 5 Sekunden, nicht 500 Sekunden.

Fehler 2: Speichernde Timer (SS) wie TON behandelt

SS behält in S5 die abgelaufene Zeit, auch wenn der Eingang kurz abfällt. TON in S7 setzt sich komplett zurück. Wer SS direkt auf TON umstellt, erzeugt subtile Fehler in Schrittketten, die erst unter Last auftreten (beim Power-Cycle oder bei kurzen Netzausfällen).

Lösung: Eigener Funktionsbaustein mit Merker für den Abgelaufen-Zustand, oder TONR (retentive on-delay) in S7-1500 verwenden.

Fehler 3: BCD-Overflow bei manueller Umwandlung

Wer den KT-Wert programmatisch berechnen will (z.B. aus MW-Vorgabe), muss die BCD-Kodierung beachten. Ein Wert KT 100.2 ist nicht dasselbe wie der Binärwert 100 — es ist der BCD-Wert 0001 0000 0000. Bei programmierten Timer-Anpassungen ist das die häufigste Ursache für: der Timer läuft falsch, obwohl das Programm stimmt.

Fehler 4: Ausschaltverzögerung (SA) falsch migriert

SA kippt den Ausgang verzögert nach dem Abfall des Eingangs ab. Wer das mit TON statt TOF abbildet, invertiert das Verhalten komplett. Der Maschinen-Test sieht plausibel aus — bis zum ersten Stopp-Taster, der eine Gefahrbereichsabschaltung nicht mehr zuverlässig durchführt.

Lösung: Immer TOF für SA verwenden, niemals TON.

Fehler 5: Timer in Schrittketten vergessen

S5-Schrittketten (Schrittweiterschaltung mit Zeitüberwachung) sind in S7 komplett anders aufgebaut (GRAPH oder eigene SCL-Struktur). Wer die Timer 1:1 übersetzt, aber die Schrittlogik drumherum nicht anpasst, bekommt eine Schrittkette, die zwar läuft, aber in Fehlerfällen nicht korrekt zurücksetzt.

Verwandte Werkzeuge und Referenzen

S5-Timer-Typen & S7-Äquivalente

S5FunktionS7-FunktionIEC-Typ
SIImpulsS_PULSETP
SEVerlängerter ImpulsS_PEXTTP
SDEinschaltverzögerungS_ODTTON
SSSpeichernde Einschaltvzg.S_ODTSTON
SAAusschaltverzögerungS_OFFDTTOF

Zeitbasis-Referenz

CodeAuflösungMax. WertMax. Dauer
010 ms9999.99 s(9.99 s)
1100 ms99999.9 s(1 min 39.9 s)
21 s999999 s(16 min 39 s)
310 s9999990 s(2 h 46 min 30 s)

Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet KT 030.2 bei Siemens S5?
KT 030.2 ist eine Timer-Konstante im STEP-5-Format. KT steht für Konstante Timer. Der Wert 030 ist der BCD-kodierte Zählwert (30) und .2 gibt Zeitbasis 2 an (1 Sekunde Auflösung). KT 030.2 = 30 × 1 s = 30 Sekunden. Die vier Zeitbasen sind: .0 = 10 ms, .1 = 100 ms, .2 = 1 s, .3 = 10 s.
Wie kodiert S5 Timer-Werte im BCD-Format?
S5-Timer werden als 16-Bit-Wort im BCD-Format (Binary Coded Decimal) gespeichert. Bit 13–12 enthalten die Zeitbasis (0–3), Bit 11–8 die Hunderterstelle, Bit 7–4 die Zehnerstelle und Bit 3–0 die Einerstelle. Bit 15–14 sind unbenutzt. Beispiel: KT 030.2 wird als 0x2030 kodiert.
Wie konvertiere ich S5-Timer nach S7?
Drei Schritte: 1) S5-Timer-Befehl mit IEC-Äquivalent ersetzen (SI/SE → TP, SD/SS → TON, SA → TOF). 2) KT-Konstante in IEC-Zeit umwandeln — aus KT 030.2 wird T#30s. 3) In SCL den IEC-Timer-Funktionsbaustein mit dem umgewandelten Zeitwert aufrufen. Der Rechner oben übernimmt Schritt 2 automatisch.
Welche Zeitbasen gibt es bei S5-Timern?
S5-Timer verwenden vier Zeitbasen: 0 = 10 ms (max 9,99 s), 1 = 100 ms (max 99,9 s), 2 = 1 s (max 999 s), 3 = 10 s (max 9990 s ≈ 2 h 46 min). Die Zeitbasis wird in der KT-Konstante nach dem Dezimalpunkt angegeben.
Was ist die maximale S5-Timer-Dauer?
Die maximale S5-Timer-Dauer beträgt 9.990 Sekunden (2 Stunden, 46 Minuten, 30 Sekunden) mit KT 999.3 — Wert 999 bei Zeitbasis 3. Für längere Zeiten müssen mehrere Timer verkettet oder mit Zählern kombiniert werden.
Was ist der Unterschied zwischen SD und SS in S5?
SD ist eine einfache Einschaltverzögerung: fällt der Eingang ab, setzt sich der Timer zurück. SS ist speichernd: auch wenn der Eingang kurz abfällt, behält der Timer die bereits abgelaufene Zeit. In S7 wird SD direkt zu TON. SS benötigt entweder eine eigene Merker-Logik oder den retentive Timer TONR (nur S7-1500).
Kann ich S5-Timer in TIA Portal unverändert übernehmen?
Nein. TIA Portal unterstützt die S5-Timer-Befehle (SI, SE, SD, SS, SA) nicht mehr. Für S7-1500 müssen alle S5-Timer auf IEC-Timer (TON, TOF, TP) umgestellt werden. S7-300/400 bietet Kompatibilitätsbausteine (S_ODT, S_OFFDT), aber auch diese sind seit S7-1500 abgekündigt.
Wie erkenne ich im S5-Programm einen Timer?
Timer werden in S5 mit dem Präfix T und einer Nummer angesprochen (z.B. T 1, T 15, T 127). Der Timer-Ladebefehl lautet L KT [Wert], gefolgt von einem Timer-Typ-Befehl (SI, SE, SD, SS, SA) und der Timer-Adresse.
Wie viele Timer hat ein S5-System?
Das hängt von der CPU ab: S5-90U hat 16 Timer (T 0 bis T 15), S5-100U hat 128 Timer, S5-115U bis zu 256 Timer, S5-135U und S5-155U haben 256 Timer standardmäßig, erweiterbar über Systemkonfiguration.
Was passiert bei KT-Werten über 999?
Nicht möglich. Der KT-Wert ist auf maximal 999 begrenzt (drei BCD-Ziffern). Für längere Zeiten wurde in der Praxis Zeitbasis 3 genutzt (bis 9990 s) oder es wurden zwei Timer kaskadiert: der erste Timer startet nach Ablauf den zweiten.
Kann der Rechner auch von Sekunden zurück nach KT umrechnen?
Ja. Der Rechner unterstützt beide Richtungen. Bei der Rückumrechnung wird automatisch die optimale Zeitbasis gewählt — also die feinste Auflösung, die die gewünschte Zeit noch im 999er-Rahmen abbildet. Für 500 ms schlägt der Rechner KT 050.0 vor (50 × 10 ms), nicht KT 005.1.
Unterstützt der Rechner auch S7-Timer-Umrechnung untereinander?
Dieser Rechner fokussiert auf S5 → IEC. Für S7-interne Timer-Umwandlungen (z.B. von S7-Classic S_ODT nach S7-1500 TON_TIME) verwenden Sie bitte den Befehlskonverter unter /tools/command-converter.

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