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S5 nach S7 Adressumsetzung: Komplette I/O-Tabelle

Komplette Referenz zur Konvertierung von Siemens S5-Adressen nach S7. Eingänge (E→I), Ausgänge (A→Q), Merker (M/F), Datenbausteine (DW→DBW×2 mit Bit-Mapping), Timer, Zähler und Peripherie.

·14 Min. Lesezeit
S5S7AdresseMappingDWDBWKonvertierungE/ASiemensSPS

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S5 nach S7 Adressumsetzung: Komplette I/O-Tabelle

Die Konvertierung von S5- nach S7-Adressen ist bei Eingängen, Ausgängen und Merkern unkompliziert — die Nummern bleiben gleich. Die kritische Konvertierung betrifft Datenbausteine: S5 verwendet Wortadressierung (DW 0, DW 1, DW 2...), S7 verwendet Byteadressierung (DBW 0, DBW 2, DBW 4...). Jede S5-Datenwortadresse muss für S7 mit 2 multipliziert werden. Diese eine Regel verursacht mehr Migrationsfehler als jede andere.

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Eingänge

Eingänge sind in S5 und S7 identisch.

S5S7Typ
E 0.0E 0.0 / I 0.0Eingangsbit
EB 0EB 0 / IB 0Eingangsbyte
EW 0EW 0 / IW 0Eingangswort
ED 0ED 0 / ID 0Eingangsdoppelwort

Keine Konvertierung nötig.

Ausgänge

Ausgänge sind in S5 und S7 identisch. Nur die englische Mnemonik ändert sich (A→Q).

S5S7Typ
A 4.0A 4.0 / Q 4.0Ausgangsbit
AB 4AB 4 / QB 4Ausgangsbyte
AW 4AW 4 / QW 4Ausgangswort

Keine Konvertierung nötig.

Merker

Merker sind zwischen S5 und S7 identisch. In älteren S5-Programmen wird statt M das Kürzel F (Flag) verwendet: F 10.0 = M 10.0, FW 100 = MW 100, FY 20 = MB 20.

S5S5 (alte Notation)S7Typ
M 10.0F 10.0M 10.0Merkerbit
MB 20FY 20MB 20Merkerbyte
MW 100FW 100MW 100Merkerwort
MD 200MD 200Merkerdoppelwort

Keine Konvertierung nötig. Nur F→M und FY→MB ersetzen bei älterer Notation.

Datenbausteine — KRITISCH (DW × 2 = DBW)

Dies ist die wichtigste Konvertierungsregel bei jeder S5→S7-Migration. Wird sie vergessen, liest das Programm verfälschte Daten — lautlos, ohne Fehlermeldung.

Die Regel

S5 nutzt Wortadressierung. DW 0 ist das erste Wort, DW 1 das zweite, DW 2 das dritte. Jedes Wort liegt 2 Bytes auseinander.

S7 nutzt Byteadressierung. DBW 0 beginnt bei Byte 0, DBW 2 bei Byte 2, DBW 4 bei Byte 4.

Konvertierung: S7-Byteadresse = S5-Wortadresse × 2

Datenwort-Konvertierungstabelle

S5S7 (AWL)S7 (SCL)Berechnung
A DB10 / L DW 0L DB10.DBW 0DB10.DBW00 × 2 = 0
A DB10 / L DW 1L DB10.DBW 2DB10.DBW21 × 2 = 2
A DB10 / L DW 5L DB10.DBW 10DB10.DBW105 × 2 = 10
A DB10 / L DW 10L DB10.DBW 20DB10.DBW2010 × 2 = 20
A DB10 / L DW 50L DB10.DBW 100DB10.DBW10050 × 2 = 100
A DB10 / L DW 100L DB10.DBW 200DB10.DBW200100 × 2 = 200
A DB10 / L DW 255L DB10.DBW 510DB10.DBW510255 × 2 = 510

Datenbyte-Konvertierung

S5 teilt jedes Datenwort in ein linkes Byte (DL) und ein rechtes Byte (DR):

S5S7Erklärung
DL 0 (linkes Byte von DW 0)DB10.DBB 0Wort 0 × 2 = Byte 0 (High-Byte)
DR 0 (rechtes Byte von DW 0)DB10.DBB 1Wort 0 × 2 + 1 = Byte 1 (Low-Byte)
DL 5DB10.DBB 10Wort 5 × 2 = Byte 10
DR 5DB10.DBB 11Wort 5 × 2 + 1 = Byte 11

Datenbit-Konvertierung — Am komplexesten

S5-Datenbits sind 0–15 innerhalb jedes Datenworts nummeriert. Bit 0 ist das LSB (ganz rechts) im rechten Byte (DR), Bit 15 das MSB (ganz links) im linken Byte (DL).

Konvertierungsregeln:

S5S7Berechnung
D 0.0DBX 1.0Bit 0 → rechtes Byte: 0×2+1=1, Bit 0
D 0.7DBX 1.7Bit 7 → rechtes Byte: 0×2+1=1, Bit 7
D 0.8DBX 0.0Bit 8 → linkes Byte: 0×2=0, Bit 8−8=0
D 0.15DBX 0.7Bit 15 → linkes Byte: 0×2=0, Bit 15−8=7
D 25.3DBX 51.3Bit 3 → rechtes Byte: 25×2+1=51, Bit 3
D 25.8DBX 50.0Bit 8 → linkes Byte: 25×2=50, Bit 8−8=0

S5 DB-Aufschlag-Befehl

In S5 muss ein Datenbaustein geöffnet werden, bevor darauf zugegriffen wird. In S7 wird die DB-Nummer bei jedem Zugriff direkt angegeben.

S5S7 (AWL)S7 (SCL)
A DB 10 / L DW 5L DB10.DBW 10temp := DB10.DBW10;

Timer und Zähler

Timer-Nummern sind identisch (T 0–T 255). Zähler-Nummern ebenso (Z→Z deutsch, Z→C englisch). Siehe S5-Timer-Konvertierung für Details zum unterschiedlichen Timer-Verhalten.

Peripherie-Zugriff

S5S7 (deutsch)S7 (englisch)
PEW 256PEW 256PIW 256
PAW 256PAW 256PQW 256

Keine Konvertierung nötig bei den Adressnummern.

S5-Adressen ohne S7-Äquivalent

S5ZweckS7-Lösung
DX (erweiterter DB)Zusätzlicher DB-TypRegulären DB verwenden
RS (Systemdaten)SystemdatenwörterOB-Startinfo, SDB oder SFC-Aufrufe
DO FW/DWIndirekter WortzugriffPointer-Adressierung mit MW/MD
B MW (Basisregister)Indirekte AdressierungAR1/AR2 Adressregister
LIR / TIRIndirektes Laden/TransferierenL/T mit Pointer [MD]

Kurzreferenz: Deutsche ↔ Englische Mnemonik

DeutschEnglischBedeutung
EIEingang
AQAusgang
MMMerker
TTTimer
ZCZähler
DBDBDatenbaustein
PEWPIWPeripherie-Eingangswort
PAWPQWPeripherie-Ausgangswort

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Häufig gestellte Fragen

Warum ist die S7-Datenbaustein-Adresse anders als in S5?

S5 nutzt Wortadressierung (DW), S7 nutzt Byteadressierung (DBW). Da ein Wort = 2 Bytes, ist die S7-Adresse immer S5-Adresse × 2. DW 5 = DBW 10.

Was passiert, wenn ich die ×2-Konvertierung vergesse?

Das Programm liest falsche Daten — lautlos. DW 5 in S5 sind Bytes 10–11. DBW 5 in S7 sind Bytes 5–6. Völlig andere Daten, keine Fehlermeldung. Das ist der gefährlichste Migrationsfehler, weil er stumm ist.

Ändern sich Eingänge und Ausgänge zwischen S5 und S7?

Nein. E 0.0 in S5 ist E 0.0 in S7. Die Adressnummern sind identisch.

Was ist die F-Notation in S5?

F (Flag) ist die ältere S5-Notation für Merker. F 10.0 = M 10.0, FW 100 = MW 100, FY 20 = MB 20. S7 verwendet immer M.


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