Make or Buy: SPS-Migration intern vs. Dienstleister
Entscheidungshilfe für Anlagenbetreiber: SPS-Migration mit eigenem Team oder durch externen Integrator? Vergleich von Kosten, Risiko, Zeitrahmen und Qualität mit praktischer Entscheidungsmatrix.
Make or Buy: SPS-Migration intern vs. Dienstleister
Die Entscheidung zwischen interner SPS-Migration und Beauftragung eines externen Integrators hängt von drei Faktoren ab: die S5/S7-Erfahrung Ihres Teams, die Komplexität der Anlage, und ob sicherheitsrelevante Funktionen betroffen sind. Einfache Maschinen mit Standardlogik können intern mit 30–50 % niedrigeren Kosten migriert werden. Komplexe Anlagen mit Sicherheitsfunktionen, Kommunikationsnetzwerken und Visualisierung gehören in erfahrene Hände.
Die zwei Optionen
Option A: Migration mit eigenem Team
Ihr Instandhaltungs- oder Automatisierungsteam übernimmt das gesamte Projekt: Analyse, Hardwareauswahl, Programmkonvertierung, Test und Inbetriebnahme.
Wann das gut funktioniert:
- Ihr Team hat Erfahrung mit STEP 7 Classic und TIA Portal
- Das S5-Programm ist klein bis mittel (unter 100 Bausteine)
- Standardlogik (Bitverknüpfungen, Timer, Zähler, Grundrechenarten)
- Keine sicherheitsrelevanten Funktionen (kein SIL/PL)
- Maschine ist nicht produktionskritisch (Stillstand für Fehlersuche akzeptabel)
- Mehrere Migrationen geplant (Lernkurve zahlt sich aus)
Typische Kosten: 3.000–30.000 € pro Maschine
- Hardware: gleiche Kosten unabhängig davon wer die Arbeit macht
- Software: gleiche Kosten
- Engineering: 50–80 €/h Vollkosten intern vs. 100–180 €/h extern
- Ersparnis: 30–50 % bei den Ingenieurkosten (dem größten Kostenblock)
Die wahren Kosten der Eigenleistung: Die Zeit Ihres Teams ist nicht kostenlos. Während Ihre Techniker am Migrationsprojekt arbeiten, kümmern sie sich nicht um die reguläre Instandhaltung. Bei nur ein oder zwei Automatisierungstechnikern im Betrieb entsteht ein Wartungsrückstand, der das Ausfallrisiko an anderer Stelle erhöht.
Option B: Externer Integrator (Systemhaus / Solution Partner)
Ein Siemens Solution Partner oder spezialisierter Systemintegrator übernimmt das Migrationsprojekt.
Wann das die bessere Wahl ist:
- Ihr Team hat wenig oder keine S5-Erfahrung
- Das Programm ist groß (100+ Bausteine) oder nutzt komplexe Funktionen
- Sicherheitsrelevante Funktionen betroffen (SIL, PL, Not-Aus-Kreise)
- Maschine ist produktionskritisch (null Toleranz für verlängerten Stillstand)
- Einzelne Migration (Lernkurve zahlt sich nicht aus)
- Garantierte Ergebnisse mit vertraglicher Haftung gefordert
Typische Kosten: 10.000–100.000 €+ pro Maschine
- Engineering: 100–180 €/h
- Oft als Festpreis für definierten Umfang angeboten
- Inklusive Dokumentation, Test und Inbetriebnahme
- Häufig mit Gewährleistungszeitraum
Der wahre Wert des Externen: Ein erfahrener Integrator hat dutzende S5→S7-Migrationen durchgeführt. Er kennt jede Falle — die Timer-Typen mit unterschiedlichem Verhalten, die Datenbaustein-Adressfalle (DW×2), die indirekten Adressierungsmuster die der Konverter nicht bewältigt. Was Ihr Team 3 Wochen beschäftigt, löst er in 3 Tagen.
Entscheidungsmatrix
| Faktor | Intern | Extern |
|---|---|---|
| S5-Erfahrung im Team | Erforderlich | Nicht nötig |
| TIA-Portal-Erfahrung | Erforderlich | Nicht nötig |
| Kosten (Engineering) | Niedriger (50–80 €/h) | Höher (100–180 €/h) |
| Zeitrahmen | Oft länger (Lernkurve) | Meist schneller (Erfahrung) |
| Fehlerrisiko | Höher bei unerfahrenem Team | Niedriger (bewährter Prozess) |
| Wissenstransfer | Team lernt die Anlage tiefgreifend | Wissen bleibt beim Integrator |
| Vertragliche Haftung | Keine (internes Projekt) | Ja (Festpreis oder Gewährleistung) |
| Sicherheits-Compliance | Team muss Sicherheit selbst validieren | Integrator übernimmt Validierung |
| Mehrere Maschinen | Kosten sinken pro Maschine | Kosten bleiben ähnlich |
| Produktionsauswirkung | Team macht parallel Tagesgeschäft | Dediziertes Projektteam |
Der Hybridansatz (oft die beste Antwort)
Viele Unternehmen wählen einen Mittelweg:
Phase 1: Externer Integrator macht die erste Migration als Referenzprojekt. Ihr Team beobachtet und lernt. Der Integrator liefert ein vollständig dokumentiertes, getestetes und inbetriebgenommenes System.
Phase 2: Ihr Team macht die folgenden Migrationen nach dem Vorbild des ersten Projekts. Der Integrator steht für Rückfragen zur Verfügung.
Phase 3: Ihr Team übernimmt alle weiteren Migrationen eigenständig. Die anfängliche Investition in externe Expertise zahlt sich über viele Projekte aus.
Die erste Maschine kostet mehr, aber Maschine 2–10 kosten deutlich weniger.
Was PLCcheck Pro an dieser Entscheidung ändert
Traditionell war das stärkste Argument für externe Integratoren die S5-Expertise. AWL-Code verstehen, Timer-Verhaltensunterschiede kennen, DW×2-Adresskonvertierung beherrschen — dieses Spezialwissen rechtfertigte den Premium-Stundensatz.
PLCcheck Pro verschiebt dieses Gleichgewicht:
- Code-Analyse: Ihr Team lädt den S5-Code hoch und bekommt sofortige Erklärungen
- Timer-Konvertierung: Alle KT-Werte automatisch identifiziert und in IEC-Format konvertiert
- Adressumsetzung: DW→DBW automatisch für alle Datenbausteine
- Dokumentation: Sofort erzeugt, nicht nach Stunden manueller Analyse
Die neue Rechnung: Statt 150 €/h für die S5-Expertise eines Integrators überbrückt Ihr 60 €/h-Techniker die Wissenslücke mit PLCcheck Pro (199 €/Monat). Bei einer einzelnen Migration kosten die Tool-Gebühren weniger als 2 Stunden externe Ingenieurleistung.
Wann Sie ZWINGEND einen Externen brauchen
Unabhängig von Kostenerwägungen, beauftragen Sie einen Experten wenn:
- Sicherheitsfunktionen (SIL/PL) betroffen sind. Falsche Migration von Sicherheitslogik kann Verletzungen oder Tod verursachen.
- Umfangreiche indirekte Adressierung (DO, LIR, TIR) vorhanden ist. Das erfordert tiefes S5-Architekturwissen.
- Multi-CPU-Kommunikation betroffen ist. Systeme mit Datenaustausch zwischen mehreren SPSen über PROFIBUS, MPI oder Ethernet erfordern sorgfältige Migration der Kommunikationsbausteine.
- Regulatorische Compliance eine Drittpartei-Validierung erfordert. Pharma, Lebensmittel, Kerntechnik: unabhängige Verifikation von Steuerungssystem-Änderungen ist Pflicht.
Häufig gestellte Fragen
Kann ein Instandhaltungselektriker eine SPS-Migration durchführen?
Bei kleinen, nicht sicherheitskritischen Anlagen mit TIA-Portal-Erfahrung: ja. PLCcheck Pro liefert das fehlende S5-Spezialwissen. Bei komplexen oder sicherheitskritischen Anlagen ist ein SPS-Programmierer oder Automatisierungsingenieur erforderlich.
Wie finde ich einen guten Siemens-Integrator?
Siemens Solution Partner Finder auf siemens.com/partner. Nach spezifischer S5→S7-Migrationserfahrung fragen. Referenzen aus abgeschlossenen Migrationsprojekten anfordern. Ein guter Integrator besucht die Anlage, beurteilt das System und gibt ein Festpreisangebot ab.
Festpreis oder Stundenabrechnung?
Festpreis für klar definierten Umfang. Stundenabrechnung für Analyse-/Discovery-Phasen mit unsicherem Umfang. Akzeptieren Sie niemals eine reine Stundenabrechnung für eine Komplett-Migration — es gibt keinen Anreiz für den Integrator, schnell fertig zu werden.
Gepflegt von PLCcheck.ai. Letztes Update: März 2026. Keine Verbindung zu Siemens AG.
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